Biografien großer Modedesigner - Leben, Mode und Stil von Wolfgang Joop, Guy Laroche, Jeanne Lanvin, Elsa Schiaparelli, Jean Patou, André Courrèges, Paul Poiret, Mary Quant, Madeleine Vionnet, Charles Frederick Worth, Coco Chanel, Jaques Fath, Christian Dior

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Modeschule Brigitte Kehrer

Designerbiografien & Modelegenden: Wolfgang Joop

Modebiografie - Wolfgang Joop ++

Lebensdaten:

18. November 1944

Herkunftsland:

Potsdam, Deutschland

bekannt für:

Verspielte Eleganz gepaart mit maskulinen Elementen bekommt einen üppigen Haute Couture Charackter

Modezitat:

„Die Mode ist ein Planet, auf dem jeder landen darf, egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Überzeugung er hat. Die Mode ist aber auch ein Planet, von dem man schnell verstoßen wird."


+ Der Weg zum Erfolg +

Wolfgang Joop wird zu Recht als kreatives Genie bezeichnet, denn neben Karl Lagerfeld und Jil Sander gilt er als einer der größten Modeschöpfer Deutschlands. Seine Sucht nach Überfluss und Extravaganz hat sich der exzentrische Designer bis heute bewahrt.

Wolfgang Joop wurde 1944 in Potsdam geboren und wuchs zusammen mit seinen Eltern auf dem Bauernhof der Großeltern, in der Nähe von Schloss Sanssouci, auf. Während des DDR Regimes zog die Familie jedoch 1954 nach Braunschweig. Nach dem Abitur begann Wolfgang 1966 ein Studium der Werbepsychologie, das er jedoch nicht zu Ende führte. Zu dieser Zeit begann er, sich intensiv mit Kunst zu beschäftigen und arbeitete vorübergehend als Restaurator. 1968 startete er einen weiteren Versuch mit einem Studium in Kunsterziehung, aber auch das sollte er nicht beenden.

Stattdessen heiratete er seine langjährige Freundin Karin und konzentrierte sich gemeinsam mit ihr auf die Mode. 17 Jahre lang blieb sie als Ehefrau an seiner Seite und unterstützte ihren Mann wo sie nur konnte. 1985 folgte jedoch die Scheidung, da Wolfgang Joop sich eher zum bohèmen Leben der internationalen Modewelt hingezogen fühlte, als zum Familienleben mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern Jette und Florentine. Erst später bekannte er sich zu seiner Homosexualität.

Zusammen mit seiner Frau nahm er 1970 erstmals an einem Modewettbewerb der deutschen Zeitschrift Constanze teil. Sie belegten mit ihren Designs die ersten Plätze und Wolfgang Joop schien endlich seine Berufung gefunden zu haben. Er arbeitete daraufhin kurzzeitig als Moderedakteur beim Frauenmagazin Neue Mode, doch sein Drang nach Unabhängigkeit und sein Wunsch etwas Eigenes auf die Beine zu stellen war stärker. So begann er schließlich, ernsthaft eigene Kollektionen zu entwickeln.

1978 machte der Designer erstmals mit einer Pelzkollektion auf der New Yorker Modewoche auf sich aufmerksam. Nur vier Jahre später stellte er dort auch seine erste Pret-a-Porter Damenkollektion vor, kurz darauf eine Herrenlinie. 1987 kam das erste Parfum Joop! auf den Markt und machte das deutsche Label endgültig zu einer Lifestylemarke. In den folgenden Jahren kamen weitere Accessoires und Interior Kollektionen, wie Porzellan und Heimtextilien hinzu, die über Lizenzen produziert wurden. Mitte der 1990er Jahre stellte das Unternehmen Joop! nichts mehr in Eigenproduktion her und generierte darüber Rekordumsätze. Joop! etablierte sich als Label für tragbare, erschwingliche Mode und Accessoires jeglicher Art.

Trotz dieses Erfolges sah der Firmengründer die Entwicklung seines Unternehmens eher skeptisch.
Er liebte es immer noch extravagant und extrovertiert und ließ sich ungern in die Semi- Sportswear-Ecke drängen. Als Konsequenz verkaufte er schließlich zunächst 95% des Unternehmens an den Hamburger Wünsche Konzern, blieb aber weiterhin Chefdesigner. Doch im Laufe der Zeit verlor er nach eigener Aussage jeglichen Bezug zu der Marke Joop! und verkaufte auch die restlichen 5% Anteil an den Hamburger Konzern.

Wieder frei, zog sich Wolfgang Joop zunächst zurück, bezog die Villa Rumpf in Potsdam und konzentrierte sich ausschließlich auf seine Kunst. Er zeichnete, malte und widmete sich der Bildhauerei. So werden bis heute regelmäßig eine Vielzahl seiner eindrucksvollen Illustrationen und Gemälde ausgestellt.

Lange hielt es der Designer jedoch nicht ohne die Mode aus. Er gründete 2004 ein neues Label mit dem NamenWunderkind. Statt zurückhaltend und geradlinig wie vormals bei Joop!, lebte der Designer hier seine Liebe zu üppigen Formen, Mustermixen und luxuriösen Materialien aus. Nicht ganz ohne Konsequenzen, denn das Label Wunderkind fuhr in den darauf folgenden Jahren Verluste in Millionenhöhe ein. Sein Hang zum Luxus veranlasste schließlich auch das Investorenpaar Sander, das 65% der Anteile an der Marke hielt, ihr Engagement mit dem überschwänglichen Designer zu beenden. Auf Grund der Schließungen von fast allen Wunderkind Shops und einer Reihe von Kündigungen im Designteam, machten sich Gerüchte breit, dass Wolfgang Joop die Firma nicht mehr halten könne und auf der Suche nach neuen Investoren sei. Alle Investorenangebote beinhalteten jedoch immer die Klausel, das Label Wunderkind neu aufzustellen und eine günstige Linie einzuführen, um die breite Masse bedienen können. Dies war jedoch nicht in Joops Sinn. Er verkaufte schließlich Teile seiner Kunstsammlung, veräußerte antike Möbel und konnte 2011 das Unternehmen wieder sein Eigen nennen.
 
2012 wird Wolfgang Joop mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Neben vielen anderen Preisen ist dies wohl eine der bedeutendsten Auszeichnungen für das Multitalent.


+ Modestil +

Wolfgang Joop ist bekannt für seine Kompromisslosigkeit und seine Dandy Attitüde. Er erschafft mit seinen Kollektionen immer wieder eine Traumwelt zwischen avantgardistischem Chic und barocker Üppigkeit. Man kann von einem bohèmen Look sprechen, der durch Stilsicherheit und Schneiderkunst glänzt. Wolfgang Joop hat keine Angst vor Mustern, Farben und der wilden Kombinationen von beidem. Von jedem etwas mehr als nötig, arbeitet der Designer auch mit Vorliebe mit übereinander liegenden Lagen, die dank der leichten Stoffe niemals an weiblichen Anmut verlieren. Er selbst bezeichnet das Label Wunderkind als seinen eigenen, emotionalen Ausdruck seines persönlichen Geschmacks.


+Aktuell+

Wolfgang Joop bleibt bis ins hohe Alter ein kreativer Tausendsassa. Noch immer beschäftigt sich der Designer mit Kunst. Neben seiner großen privaten Kunstsammlung, widmet er sich seit 2011 wieder der Bildhauerei und überzeugt die Kunstkenner mit der Ausstellung Death and Faith, die Skulpturen von Engeln und goldenen Affen in einer Berliner Galerie zeigte.

Ebenso schauspielert er und schreibt Romane. 2012 erschien seine Autobiographie Undressed. Aus einem Leben mit mir. Nebenbei entwickelt er jede Saison eine aufwendige Kollektion für sein Modelabel Wunderkind und inszeniert deren Präsentation auf der Pariser Fashion Week.
Der Schriftsteller, Restaurator, Illustrator, Schauspieler und einer der größten deutschen Designer ist im Jahr 2014 auch im Fernsehen aktiv. Designer Wolfgang Joop glänzte neben Heidi Klum durch seine exzentrische Erscheinung, während er mit ihr nach Germanys Next Topmodel suchte.



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