Biografien großer Modedesigner - Leben, Mode und Stil von Charles Frederick Worth, Guy Laroche, Jeanne Lanvin, Elsa Schiaparelli, Jean Patou, André Courrèges, Paul Poiret, Mary Quant, Madeleine Vionnet, Coco Chanel, Jaques Fath, Christian Dior

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Designerbiografien & Modelegenden: Charles Frederick Worth

Modebiografie - Charles Frederick Worth ++

Lebensdaten:

13.11.1826 – 10.03.1895

Herkunftsland:

Großbritannien

bekannt für:

die Erfindung der Haute Couture und des Labels als solches


+ Der Weg zum Erfolg +

Er gilt als der Vater der Haute Couture: Der Engländer namens Charles Frederick Worth. Im Jahr 1845 ging er nach Paris, um dort sein eigenes Modehaus zu gründen. Paris war beflügelt durch die berühmte Verschwendungssucht am Hofe nicht nur seit Jahrhunderten das Geschmackszentrum weltweit, sondern verfügte bereits über eine ausgeprägte Infrastruktur in der Modebranche: es wimmelte von ausgezeichneten Schneiderinnen, Putzmacherinnen, Stickerinnen und Herstellern von Knöpfen, Gürteln, Schnallen, Federn, Stoffblumen, Handschuhen, Fächern usw. Außerdem gab es in Paris die entsprechende Kundschaft, die die Mode als wesentlichen Teil eines exklusiv-luxuriösen Lebensstils verstand.

Charles Frederick Worth wurde dort schnell erfolgreich. Seine berühmtesten Kundinnen außerhalb des Großbürgertums waren Fürstin Metternich von Österreich, Kaiserin Eugénie von Frankreich, Königin Victoria von England und „einflußreiche Demimondaines“ wie Cora Pearl und Lillie Langtry. Was er revolutionierte, war die Beziehung zwischen Kundin und Schneider. In der Schneidertradition vor ihm lief der Prozess zur Herstellung eines Kleides in umgekehrter Reihenfolge ab: Eine Kundin gab ein Kleid nach den üblichen Mustern in Auftrag. Wegen des Zeitaufwandes und der hohen Kosten gab es keine schnelllebige Mode. Kleider wurden häufig nur etwas verändert, beispielsweise eine Spitze oder Bordüre. Die Schneider richteten sich nach den Vorstellungen der Kundin und entwarfen die Kleider in Zusammenarbeit mit ihnen. Der Geschmack und Stil eines Kleides galt nicht als Verdienst des Schneiders, sondern als derjenige der Auftraggeberinnen. Worth kehrte dieses Verhältnis um: Er war der Erste, der fertige Kleider als individuelle Modelle entwarf, unter denen die Kundinnen nur noch auswählen konnten. Als erster präsentierte er seine Modelle einmal jährlich an Mannequins in Modeschauen.

Der neue Couturier bot seine eigenen „Visionen“ an. Die Modelle konnten auf Bestellung beliebig oft im Atelier des Couturiers hergestellt werden. Und auch der Entwurf konnte verkauft, exportiert und irgendwo reproduziert werden; allerdings mit des Couturiers Namen versehen und geschützt durch das Urheberrecht. Durch diesen geschützten Export und die Lizenzvergabe wurde der Name des Designers vermarktet: Die entscheidende Änderung betrifft den Status des Kleider- und Modeproduzenten. Dieser war nun nicht mehr nur ausführender Schneider, sondern Designer, der einen bestimmten Stil lieferte. Der kreative, schöpferische Akt lag in seinen Händen. Um dies kenntlich zu machen, versah Worth sein Werk mit seiner Signatur, wodurch die Exklusivität und Einmaligkeit betont wurde.

Worth war der erste, der seinen Namen an den von ihm entworfenen Kleidern anbrachte. Damit schuf er die Marke, das symbolische Kapital eines Modehauses.


+ Modestil +

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Worths Kreationen auch stilistisch richtungweisend. Er lancierte 1856 die künstliche Krinoline, schuf 1863 die ovale Form der Krinoline und des schleppenden Kleidrocks (er hatte die Krinoline in eine gemäßigtere Form gebracht, indem er den Rock vorne abflachte und die Fülle des Stoffes nach hinten raffte), 1864 die Prinzesslinie, 1867 die Polonaise, 1869 die Turnüre, 1875 die Enge Mode und 1882 den Cul de Paris. Da seine Modelle extrem teuer waren, wurden sie selbst von sehr begüterten Kundinnen nach der neuesten Mode geändert.


+Aktuell+

Worth gilt als Begründer der Haute Couture, weil er den Verband, die Chambre Syndical de la Haute Couture initiiert hat, um seine Entwürfe vor Kopien zu schützen.
Dieser erste Verband bestand aus Pariser Schneidern und regulierte die Urheberrechte, setzte einheitliche und feste Termine zur Präsentation der Kollektionen, gab die Anzahl der Modelle bei einer Schau vor, regelte die Beziehungen zur Presse, sowie die Werbeaktivitäten und verbesserte und sicherte die Arbeitsbedingungen der Näherinnen mit (Renten-) Versicherungen und bezahltem Urlaub.

Hierin liegt der Beginn des Aufbaus eines geregelten und kontrollierten Modesystems, das bis zum heutigen Tage von Bedeutung ist.




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