Smarter Schuh einer Generation. Desert Boot zurück im Trend
Es trugen ihn schon die Väter. In den 1960ern und 1970ern. Wenn sie politisch waren, Studenten oder Musiker. Parker, Rollkragen, Jeans und diese Schuhe. Auf Demonstrationen in Berlin und München trugen ihn auch selbstbewusste Mädchen. Was zur damaligen Zeit ein Statement war, denn Unisex-Kleidung gab es noch nicht wirklich. Auf den Markt brachte ihn ...
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1949 ein britischer Schuhmacher. Nathan Clark aus der gleichnamigen Schuhdynastie hatte den Stiefel mit breiter Kreppsohle allerdings eher entdeckt als erfunden. Während des Zweiten Weltkriegs war er als britischer Offizier in Hinterindien stationiert, wo Soldaten der Achten Armee ein ähnliches Modell aus Wildleder trugen. Diese hatten sich ihre Schuhe auf einem Basar anfertigen lassen. Clark, dessen Familie seit 1825 Gesundheitsschuhe herstellte, erkannte sofort, „dass sich dieser Militärstiefel auch für die Freizeit eignen würde“. An den Erfolg des Stiefels glaubte die Familie erst mal nicht. Doch Clark ließ sich nicht entmutigen. Mit einem selbst gefertigten Prototyp reiste er zu einer Messe in Chicago - und mit massenhaften Aufträgen wieder ab. Über zwölf Millionen Mal wurde der Wüstenschuh seither verkauft. Amerikanische Studenten und die englischen Mods trugen ihn. In Deutschland kleidete er vor allem die 68er. Unter ihnen auch berühmte Füße wie die von Rudi Dutschke und Andreas Baader. Der damalige Werbe-Slogan besticht noch heute: „The off-beat casual for the up-beat intellectuals“. Richtig gut sieht der Boot aus, wenn ihn Spuren des Verbrauchs zeichnen. Kaputt geht er nicht, denn den Namen Desert Boot verdankt er seiner Unverwüstlichkeit. Mittlerweile wird er nicht mehr in Somerset, sondern in Vietnam produziert. Größtenteils in Beige, Braun und Schwarz. Dass der Schuh aber vielseitig einsetzbar ist, wussten auch Jil Sander, Bally, Diesel und Ben Sherman. Nathan Clark stören die „Fakes“ nicht, er hat ihn damals ja auch kopiert. Der blaue Strich zwischen Kreppsohle und Schuh sowie die blauen Schnürsenkel sind die reizenden Zusätze aus dem Haus Ben Sherman, welches den Kleidungsstil für Bands (Beatles, Troggs, Kinks, Jam, Ray Davies) und Jugendbewegungen (Mods) lieferte. Die berühmten Button-Down Hemden werden wohl nie aus dem Sortiment genommen: Der Blog der deutschen Website von Ben Sherman heißt „Button Down Blog“.


25.02.10 13:50:25, 374 Wörter, 468 Ansichten 