Der Mützenschal in elegant – frei nach Christopher Baileys Snood

von Anna E-Mail

Es muss für Designer eine große Freude sein. Oder ein großes Ärgernis: Das Plagiat. Schön jedenfalls ist, wenn sich eine grandiose Idee durchsetzt. Allgemein gab es bei den Herbst-Winter-Schauen 2009/10 viel Gestricktes zu sehen. Da waren beispielsweise die Kollektionen von Salvatore Ferragamo und Michael Bastian, wo männliche Models wie Kurt Cobain Look-Alikes den Laufsteg entlang schlurften. Die große Neuheit aber, die es als (billige) Kopie auch auf H&M Plakate brachte, schuf Christopher Bailey von Burberry. Er kreierte ein stylishes Trend-Objekt, den sogenannten Snood, welches Mütze und Schal zugleich ist. Es handelt sich um einen gestrickten Schlauch, halb Schal, halb Rollkragen, der über den Kopf gestülpt werden soll. Von Männern und Frauen gleichermaßen getragen, gibt es ihn als Variante in Kaschmir, Wolle oder Nerz. In Bunt, Ton in Ton oder ...

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kariert. Wenn es draußen nun sehr kalt ist, kann man mit dem Snood vorbeugen, ihn überstülpen und die Frisur noch ungeplättet belassen, denn man kann ihn ja erstmal am Hals tragen und dort gewärmt werden. Vielleicht war das ja Christopher Baileys Intention, Wärmeschutz und Haarestyling-Schutz in einem? Oder er dachte an Verführung: „Heutzutage muss man verführt werden. Man braucht eine emotionale Verbindung zu Kleidungsstücken. Um sich noch ein weiteres weißes Hemd zu kaufen, muss man von diesem weißen Hemd schon sehr persönlich angesprochen werden. Also erfindet man das weiße Hemd jede Saison neu. Darum geht es bei Design: Es sollte funktional sein und einen berühren.“ Den Snood hat der Modedesigner jedenfalls neu erfunden und er weiß wovon er spricht. Seit 2001 ist er erfolgreicher Creative Director des Design-Teams für Burberry und Designer der Nebenlinie Prorsum. Von Londons Royal College of Art, wo er Modedesign studierte, holte ihn Donna Karan, nachdem sie seine Mappe gesehen hatte, nach New York. Mit 25 wechselte er dann als Mitarbeiter von Tom Ford und Designer der Frauenkollektion zu Gucci nach Mailand. Als er von der damaligen Vorstandsvorsitzenden Maria Bravo für Burberry engagiert wurde, machte er die Traditionsmarke des Trenchcoats wieder zum Trendlabel.
Die elegante silbergraue Anlehnung an den Burberry-Snood gefällt uns fast noch mehr als das Original. So ist das mit Ideenklau, die Kopie kann besser werden. Den flauschig weichen Mützenschal aus Merinowolle gibt es bei dailyobsessions.com in mehreren Farben.

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