18.05.10
Raf Simons tunkt Tunika in leuchtendes Kobaltblau
von Anna
Früh hatte sie angefangen. Mit zarten 24 Jahren eröffnete sie ihren ersten Laden in Hamburg. Sie ist Deutschlands berühmteste Designerin mit einer glasklar wieder erkennbaren Linie. So wie Karl Lagerfeld immer und immer wieder, Saison um Saison, chanelige Outfits für Chanel entwirft, so steht das Label Jil Sander für schnörkelloses, qualitätvolles und puristisches Design. Vielleicht ist eine klare Vorgabe für Nachfolge-Designer einer etablierten Edelmarke eine große Erleichterung. Innerhalb eines vorgegeben Rahmens immer wieder neue Interpretationen des Markenimages zu finden. Oder aber es lastet wie ein Fluch über dem erfinderischen Auge. Sicher ist, dass sowohl Karl Lagerfeld als auch Raf Simons, der seit 2005 Kreativdirektor im Hause Jil Sander ist und die Linie der Gründerdesignerin seither gekonnt...
Fortsetzung:
weiterführt, lange in ihren Posten aushalten. Und dass beide eine Linie mit ihrem Namen (Raf by Raf Simons bzw. K Karl Lagerfeld) haben, in der sie dann ihre eigenen Ideen ausleben können. Der omnipräsente Karl Lagerfeld hatte ja auch schon mit Marken des niedrigeren Preissegmentes zusammengearbeitet. Die Handelskette H & M, die auch Rei Kawakubo, Stella McCartney und andere namhafte Designer beschäftigte, möbelte damit ihr Image auf, schuf kurzweilige Exklusivität und heizte den Verkauf an. Eine dauerhafte Kooperation wurde nun in der amerikanischen Presse angekündigt: Jil Sander wird auf „unbestimmte Zeit“ für die japanische Modekette Uniqlo entwerfen. Schon letztes Jahr hat diese Zusammenarbeit die Modewelt begeistert, erstens, weil die große Designerin somit wieder selbst Hand und Verstand anlegte und zweitens, weil die Produkte um ein Weites erschwinglicher waren, als die ihres früheren Labels Jil Sander. Die Nachricht, dass die Kooperation fortgeführt wird, erfreut viele Modeopferherzen. Uniqlos „basics“-Stil aus guten Stoffen und guter Verarbeitung scheint der Hamburgerin zu liegen. Extravagant ist eigentlich nur die Farbpalette des puristischen Labels: Kashmirpullis, T-Shirts und Hosen gibt es in allen Farben des Regenbogens. Die J+ Kollektion von Jil Sander war allerdings eher in Schwarz gehalten. Vielleicht braucht die Designerin da einen Anstoß ihres Nachfolgedesigner Raf Simons, der vor leuchtendem Kobaltblau nicht zurückschreckt und diese wunderbare Farbe jetzt endlich wieder in Mode bringt.










18.05.10 