23.06.11
The Rodnik Band trägt Surrealismus und Pop Art Spazieren
von carla
Ein Pissoir aus Pailletten und darin steckt auch noch eine ziemlich gut aussehende Frau? Der Anblick kann einem zu Denken geben. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand schon einmal ein wandelndes Pissoir gesehen hat, ist gering. Aber in Kunst und Mode ist, wie wir wissen, einiges möglich.
Dabei ist die Kombination aus Pop-Art und Mode eigentlich schon ein alter Hut. Andy Warhols Suppendosen-Aufdrucke gehörten zwar vor einiger Zeit mal zum High Fashion Bereich, aber The Next Generation muss sich etwas Neues einfallen lassen. Damit hat Designer Philip Colbert anscheinend auch kein Problem.
Der Schotte, der eigentlich Philosophie studierte, ist schrill. Tagbare Kunst erreicht bei ihm gleich eine neue Dimension. Seine Kleider zeigen beispielsweise junge Adelige aus dem
Fortsetzung:
18. Jahrhundert, die davon träumen mit ihren schwarzen Sklavinnen Sex zu haben. Männliche und weibliche Geschlechtsteile dienen dem Designer als Vorlage für seine provokanten Kreationen. Und augenscheinlicher Weise geht es dabei nicht nur um Mode. Die Zigaretten-, Ei-, Urinal- und Erektionskleider von The Rodnik Band sollen auch Kritik an der Gesellschaft sein. Colbert will die Art ändern, wie Menschen Kleidung wahrnehmen. Er setzt Mode in einen anderen Zusammenhang, um so die Bedeutung eines Kleidungsstückes zu verändern. Dabei dienen ihm große Kunstwerke bekannter Maler wie Marcel Duchamp, Vincent van Gogh oder Salvador Dali als Inspiration. Und – der Kreis schließt sich – seine Mode wird selbst zur Kunst (denn Tragekomfort und Alltagstauglichkeit lassen eher zu wünschen übrig).
In den Designprozess fließen Elemente ein, die Menschen nicht sofort begreifen und Raum für Fantasie lassen. Davon hat Colbert selbst natürlich mehr als genug. Die 2006 gegründete Marke The Rodnik Band ist nämlich nicht nur Modelabel, sondern auch, wie der Name schon sagt, eine Musik-Band. Passend zu jeder Kollektion komponiert und schreibt der Allrounder somit auch einen speziellen Song. Auf den Namen Rodnik stieß er in einem Buch für Kunstgeschichte. Eine Prinzessin, die Liebhaberin russischer Kunst war, gründete 1904 ein Geschäft in Russland mit gleichem Namen.
Der schottische Designer war von Beginn an mehr an Kunst als an Mode interessiert. Besonders die russische Kunstbewegung des 20. Jahrhunderts fasziniert ihn. Dennoch wird bei The Rodnik Band der modische Aspekt nicht weniger beachtet als die Kunst und die Musik. Rock on Rodnik!










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