Warum Landeier die neuen Trendsetter sind ++
Willkommen auf dem Lande! Die Menschen zieht es in die Stadt, doch die Modedesigner mit ihren Ideen für den Sommer 2010 auf´s Land. Ein Modetrend der verwundert.
Irgendetwas liegt in der Luft. Das haben sich bestimmt die Besucher der Prêt-à-Porter-Schau von Chanel gedacht. Karl Lagerfeld hat sich nämlich für Frühjahr/Sommer 2010 etwas ganz Besonderes überlegt und pünktlich zum Hahnenschrei die neue Kollektion vorgestellt. Eine riesige Scheune umringt von Heu verwandelte das Grand Palais in Paris in einen modischen Bauernhof. Die Models liefen in hölzernen Clogs, leichten Blusen, weißen Milchmädchen-Outfits und flatterndem Chiffon über den Laufsteg. Landliebe liegt in der Luft.
Das ländliche Flair hat die Menschen gepackt. Spätestens seit FarmVille oder Bauer sucht Frau können wir uns nicht mehr davon losreißen. Auf Facebook ist es gerade DER Trend, sich als virtueller Bauer in der digitalen Landwirtschaft zu üben, den eigenen Acker zu bestellen, Rinder und Schafe zu hüten, Gemüse zu ernten oder Unkraut zu jähen. Über 25 Millionen Menschen bewirtschaften in dem sozialen Netzwerk FarmVille täglich ihren Bauernhof – einfach per Mausklick. Daneben gibt es zahlreiche Alternativen wie Farmtown, iFarm, MyFarm oder die chinesische Version Kaixing Nongchang, bedeutet Heiterer Bauernhof, die ebenfalls beliebt sind. Heiter ist dabei das Stichwort, denn wenn man ans Landleben denkt, verbindet man damit das fröhliche Familienleben à Unsere kleine Farm, heiteres Beisammensein oder Biomarkt-Romantik.
Doch warum sind die Menschen zurzeit so vom Landleben fasziniert, dass selbst Designer davon inspiriert werden?
Galt das Ländliche und Rustikale bisher eher als regelrechter Kulturschock eines jeden Stadtmenschen, gewinnt es in letzter Zeit an Beliebtheit. Obwohl ein Großteil der Menschen in Städten lebt, zeichnet sich doch anhand von Computerspielen wie FarmVille eine andere Art der Stadtflucht ab. Aber woran liegt das? Stadt und Land können unterschiedlicher nicht sein: Provinzialität gegen Urbanität, viel Grün, kein Verkehrslärm, Idylle pur gegen Hektik, Leben am Limit, Abenteuer und Kultur. Stadtaffe gegen Landei. Die Idee morgens vom Krähen des Hahnes geweckt zu werden und abends die ländliche Ruhe zu genießen scheint jedoch allgegenwärtig. Dass altmodisch und bäuerlich extrem schick sein kann, beweisen uns neben Chanel auch internationale Modelabels, wie Dolce & Gabbana, Stella McCartney oder Marc Jacobs.
Viele Designer verschreiben sich in diesem Sommer den heimatlichen Tendenzen und stillen unser modisches Bedürfnis nach Landliebe. Ralph Lauren stattet uns mit Jeanslatzhose für die Arbeit auf dem Acker aus. Dazu gibt es einen Strohhut mit Blütenapplikation von Lanvin und schon fühlen wir uns wie Charles Phillip Ingalls aus der TV Serie Unsere kleine Farm. Der Brite Christopher Kane verwandelt uns mit einem braun-weiß-kariertem Transparenzkleid in eine schöne Milchmagd. Im langen Chiffonkleid mit Schottenmuster und Taillenzug von D&G kann Frau es sich dann auf der Veranda bequem machen und in aller Ruhe wie Caroline Ingalls gemütlich stricken. Das Strickzeug gibt es von Wool and the Gang.
Der Land-Look besticht durch grobe Texturen, Transparenzen, Spitze, den Farben Beige und Elfenbein oder verspielte Blumenmuster. Passende Accessoires gibt es von Mulberry mit der Bayswater Lederhandtasche in Braun, ein weißes Armband aus Holz und Horn mit Blumenverzierung von Marni und natürlich Fransentücher in Pastellfarben oder mit floralen Drucken. Dieser Look ist geprägt durch den Mix aus Romantik und Rustikal. Derbes Schuhwerk von Roberto Cavalli, Givenchy oder Miu Miu komplettieren das Outfit und wirken dabei alles andere als bäuerlich.
Irgendetwas liegt in der Luft – Landliebe. Diesen Sommer ziehen wir auf’s Land und sagen Ja zu den romantisch verspielten Bauern- und Farmmädchen-Looks der Designer. Yeehaw!
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